5. Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
Schon vor der deutsch-deutschen Wende gehörte „Der Club“ selbstverständlich zur städtischen Jugendarbeit in Haldensleben. Er war und ist bei den Jugendlichen beliebt als Freizeittreff, als Ort des Mitbestimmens und des Ausprobierens, als Ort fern des (leider) häufigen Alltagsfrusts. In Problemen, die nun mal zur Jugendarbeit gehören, konnten SozialpädagogInnen vertraulichen Rat und Unterstützung geben.
In den letzten Jahren musste der alte Standort in der Innenstadt nach vielen, auch öffentlich ausgetragenen Konflikten aufgegeben werden. Am 22.12.2004 wurde das JFZ „Der Club“ nach einer großen Umbruch- und längeren Übergangsphase in der Hafenstraße neu eröffnet.
In den nachfolgenden Monaten lag der Fokus zwangsläufig verstärkt auf dem Um- und Ausbau der Einrichtung. Die inhaltliche Arbeit wurde und wird zunächst ausgerichtet an der von den MitarbeiterInnen und dem Vorstand erarbeiteten vorläufigen Konzeption. Vor dem Hintergrund stark veränderter Bedingungen (Standort, Raum- und Personalsituation, Finanzierung, NutzerInnen, etc.) soll für die Einrichtung eine neue Konzeption entstehen. Ziel ist es, eine größtmögliche Beteiligung der jugendlichen NutzerInnen zu gewährleisten, die Bedürfnisse und Erwartungen der verschiedenen Interessengruppen (NutzerInnen, MitarbeiterInnen, Vorstand) der Einrichtung zu bündeln. Dazu ist ein längerer Planungs- und Arbeitsprozess notwendig, in den MitarbeiterInnen, Vorstand und Jugendliche mit einem ersten dreitägigen Workshop vom 23. bis 25. September 2005 eingetreten sind. So ist die vorliegende Konzeption eine Arbeitsgrundlage und wird im laufenden Konzeptionsplanungsprozess kontinuierlich fortgeschrieben, angepasst und erweitert.
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Das JFZ „Der Club“ stellt seine Räume und Angebote grundsätzlich allen jungen Menschen bis zum Alter von 27 Jahren und teilweise sogar darüber hinaus (§ 11 Abs. 4 KJHG) zur Verfügung. Derzeit wird das Haus überwiegend von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 23 Jahren genutzt.
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Das JFZ „Der Club“ ist ein Angebot der offenen Jugendarbeit (lt. §§ 11 und 13 KJHG) und somit eine Leistung im Rahmen der Jugendhilfe, die gemäß KJHG ihre Angebote im Kontext lebenswelt- und alltagsorientierten Handelns auf der Basis von Freiwilligkeit und Partizipation versteht.
Ziele der Arbeit mit den Jugendlichen sind die Entwicklung und Förderung von Eigenaktivität und Selbstverantwortung, das Lernen und Üben von Toleranz, der Abbau von Ausgrenzung oder Benachteiligung und die Schaffung von Möglichkeiten, sich innerhalb eines geschützten Raumes nach basisdemokratischen Spielregeln auszuprobieren, Wege und Grenzen zu erkennen und akzeptieren zu lernen. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt liegt in der Begleitung und Unterstützung von BesucherInnen in schwierigen Lebenslagen.
Auf der Grundlage der Alltags- und Lebensweltorientierung der Arbeit, geht es bei der Organisation von Angeboten einerseits darum, jeden Jugendlichen in seinen individuellen Lebenszusammenhängen, Fähigkeiten, Befindlichkeiten oder Problemen aufzugreifen und entsprechend zu fördern. Gleichzeitig versucht offene Jugendarbeit aber auch, junge Menschen zur selbständigen und eigenverantwortlichen Planung und Gestaltung alltäglicher Abläufe und Rahmenbedingungen oder bestimmter Aktionen / Veranstaltungen auf der Grundlage kollektiver basisdemokratischer Prozesse zu befähigen.
Durch die Bereitstellung von Räumen und Materialien sowie durch Aktionen und Projekte wird den Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, ihre Freizeit ihren Interessen entsprechend zu gestalten. Auf der Basis von Freiwilligkeit soll die Freizeitgestaltung die Förderung und Begleitung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen neben Elternhaus, Schule und Beruf ermöglichen.
Aufbauend auf das Freizeitangebot sollen Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung von Alltagsproblemen unterstützt werden.
Kinder und Jugendliche werden kontinuierlich motiviert und darin bestärkt, sich aktiv in der Einrichtung zu beteiligen.
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Das Jugendfreizeitzentrum „Der Club“ befindet sich seit dem 01.05.1993 in freier Trägerschaft des Vereins „Soziales Netzwerk Altmark/Börde“ (SONAB) e.V. SONAB ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein, der seit Oktober 1992 besteht und seinen Hauptsitz in Haldensleben hat. SONAB ist Mitglied im Deutschen PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband (DPWV), Landesverband Sachsen-Anhalt und weltanschaulich und (partei)- politisch neutral.
Der Verein wurde mit den Zielen gegrĂĽndet:
- Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten,
- praktische Hilfen fĂĽr sozial benachteiligte Personen zu geben,
- fachkompetente Beratung und UnterstĂĽtzung fĂĽr Menschen in sozialen
Problemlagen anzubieten,
- Bildungsangebote zu entwickeln und durchzufĂĽhren und
- soziale Einrichtungen und Beratungsstellen zu errichten und unterhalten.
Momentan betreibt der Verein insgesamt 4 Projekte im Landkreis Ohrekreis und im Altmarkkreis Salzwedel. Zu den Projekten gehören neben dem JFZ „Der Club“ Haldensleben, das Jugendsozialprojekt „Young & Old“ Haldensleben, das JFZ „Zehnte“ Gardelegen und der Streetworker der Stadt Gardelegen.
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Obwohl die Einrichtung in der Hafenstrasse nicht so zentral in der Innenstadt gelegen ist, eignet sie sich generell gut für die Betreibung eines Jugendhauses. Das Gebäude befindet sich auf dem Hof eines ehemaligen Betriebsgeländes. Das Gebiet ist als Mischgebiet ausgewiesen. Auf dem Gelände befinden sich weitere Angebote für Jugendliche (z.B. Europaschule, VHS-Bildungswerk, Oskar-Kämmer-Schule).
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Die nutzbare Fläche im Gebäude umfasst ca. 645 m².
Folgende Räumlichkeiten sind vorhanden:
Jugend- und junger Erwachsenenbereich:
(zus. ca. 286 m²)
Die Halle wird derzeit fĂĽr den offenen Bereich genutzt (Tischtennis, Sitzecke) und soll in 2006 weiter ausgebaut werden
Darüber hinaus verfügt die Einrichtung über ein ca. 1500 m² großes Außengelände (Grünfläche) mit Volleyball-, Basketball- und Grillplatz.
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Im JFZ „Der Club“ arbeiten derzeit 2 hauptamtliche MitarbeiterInnen – beides Dipl.-SozialpädagogInnen mit insgesamt 50 Wochenstunden. Ein Mitarbeiter ist mit 56 h/Monat geringfügig beschäftigt
Das Aufgabengebiet der Fachkräfte lässt sich grob in folgende Bereiche einteilen:
Die internen Arbeitsprozesse im Jugendfreizeitzentrum werden im Rahmen bestimmter regelmäßiger Verbindlichkeiten organisiert. Für die Arbeitsorganisation der hauptamtlichen MitarbeiterInnen ist die wöchentlich stattfindende, für alle verpflichtende Teamberatung zentrale Struktur. Auf dieser Beratung werden:
- organisatorische Dinge abgehandelt und konkrete Arbeitsaufgaben verteilt und die
ErfĂĽllung ĂĽberprĂĽft (Protokollkontrolle),
- die monatlich erfolgende Dienstplanung besprochen bzw. ggf. ĂĽberarbeitet,
- mittelfristig anstehende Termine besprochen und personelle Zuständigkeiten
geklärt,
- Ergebnisse des letzten Clubrates zurĂĽckgemeldet, ausgewertet und besprochen,
- Angebote, MaĂźnahmen und Veranstaltungen geplant,
- eventuelle Vorfälle ausgewertet und
- anstehende Probleme von oder mit Jugendlichen erörtert und mögliche Lösungs-
und Handlungsansätze diskutiert und beschlossen.
Daneben findet einmal im Monat eine Dienstberatung mit dem Träger statt. Auf dieser Dienstberatung erhält der Träger Rückmeldungen, Informationen und Einschätzungen zum jeweiligen Geschehen, eventuellen Problemen und der Arbeit und den Stand gerade stattfindender oder in Planung befindlicher Projekte. Außerdem wird regelmäßig die finanzielle Situation des JFZ überprüft und weitergehende Förderanträge besprochen.
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In der Umsetzung werden möglichst umfangreiche Öffnungszeiten des Hauses angestrebt. Sie sollen sich an den Bedürfnissen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen orientieren und auf die Angebote der Einrichtung abgestimmt sein. Darüber hinaus müssen die Öffnungszeiten auf die vorhandenen personellen Ressourcen abgestimmt werden.
So ist das Jugendfreizeitzentrum aktuell von Montag bis Donnerstag zwischen 14.00 Uhr und 22.00 Uhr, Freitag und Samstag von 14.00 bis 02.00 Uhr geöffnet. Sofern durch Ehrenamtliche abgedeckt, steht das Haus den Jugendlichen auch Sonn- und Feiertags von 14.00 Uhr bis 22.00 Uhr und in den Ferienzeiten von 14.00 Uhr bis 02.00 Uhr offen. Darüber hinaus sind hauptamtlich beschäftigte SozialpädagogInnen auch in der Woche ab 9.30 Uhr für MultiplikatorInnen und im Rahmen der Einzelfallhilfe für Jugendliche und junge Erwachsene ansprechbar, wenn es sich um bestimmte Anliegen oder Probleme handelt.
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Das JFZ „Der Club“ wird derzeit wie folgt finanziert:
Landkreis Ohrekreis: 27.200,00 €
Stadt Haldensleben: 40.000,00 €
Eigeneinnahmen: 15.600,00 €
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5. Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
Kinder und Jugendliche identifizieren sich mit „ihrem“ Jugendhaus, wenn sie es selbst mitgestalten können. Gleiches gilt für die dort geltenden Regeln und die Inhalte der Aktivitäten. So ist im JFZ „Der Club“ die Beteiligung der Jugendlichen sowohl im Rahmen der Gesamteinrichtung (z.B. Clubrat) als auch die Beteiligung in den Angeboten festgelegt und wird ständig weiterentwickelt.
Wichtiges und entscheidendes Beteiligungsinstrument im Jugendfreizeitzentrum "Der Club" ist der Clubrat. Hier werden alle das JFZ betreffenden maßgeblichen Geschehnisse, alltäglichen Abläufe, Aktivitäten und Entscheidungen diskutiert und getroffen. Das betrifft sowohl die Gestaltung der Räumlichkeiten, die Festlegungen zur Hausordnung und deren Umsetzung, als auch die Planung von Veranstaltungen, Projekten und Angeboten. BesucherInnen des JFZ, die hauptamtlichen MitarbeiterInnen und ein Vertreter des Trägervereins sind gleichermaßen rede- und stimmberechtigt.
Bisher handelt es sich nicht um ein gewähltes Organ mit "FunktionsträgerInnen" und bestimmten Aufgabenzuteilungen, sondern um ein nach basisdemokratischen Regeln funktionierendes Instrument, das jederzeit allen offen steht. Entscheidungen werden im Zweifelsfall durch Abstimmung mit einfacher Stimmenmehrheit gefällt, wobei die hauptamtlichen MitarbeiterInnen lediglich ein Vetorecht haben, wenn Beschlüsse getroffen werden, die gegen geltendes Recht oder die Persönlichkeitsrechte Einzelner verstoßen oder durch andere wichtige Gründe oder Umstände nicht trag- oder umsetzbar sind.
Im Zuge der angelaufenen Konzeptionsplanung hat sich herausgestellt, dass das Instrument „Clubrat“ in dieser Form für die Jugendlichen schwer handhabbar ist und der Wunsch einer Umstrukturierung besteht. So soll der Clubrat künftig in Form eines gewählten Organs mit entsprechender Befugnis fungieren. Das gilt es kurzfristig umzusetzen.
Weiteres Kennzeichen für die Identifikation mit dem Jugendhaus ist ein hohes Maß an Ehrenamtlichkeit. Derzeit gibt es eine Kerngruppe von ca. 10 Jugendlichen, die im Haus ehrenamtlich tätig sind, u.a. in den Bereichen Verwaltung, Veranstaltungsorganisation und –durchführung und Cafébetrieb.
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Das Jugendhaus arbeitet nach folgenden Grundprinzipien:
- Freiwilligkeit der Teilnahme an den Angeboten,
- Ausrichtung der Angebote nach den BedĂĽrfnissen und Interessen der Jugendlichen,
- das Fehlen fester Lehrpläne / Verzicht auf institutionell vorgegebene
Leistungserwartungen und -kontrollen,
- Beteiligung der Jugendlichen an der Planung und Gestaltung,
- BeraterInnenrolle der in der Jugendarbeit tätigen Erwachsenen / Herrschaftsarmut
Die verschiedenen Angebotsformen der Jugendarbeit reichen dabei von der Unverbindlichkeit allgemeiner (offener) Angebote durch Einrichtungen und Veranstaltungen bis zu auf Kontinuität angelegten Gruppenaktivitäten. Schwerpunkte offener Jugendarbeit sind somit das Freizeitangebot (sozio-kulturelle Aktivitäten), der Bildungsaspekt (soziales Lernen) und die Vermittlung von Lebenshilfen (Beratung).
Schwerpunkte der inhaltlichen Arbeit des JFZ "Der Club" sind das Freizeitangebot, der Bildungsaspekt (soziales Lernen) und die Vermittlung von Lebenshilfen (Beratung).
Zentrum der Umsetzung dieser Aspekte ist der sog. offene Bereich des Jugendfreizeitzentrums, wo es vor allem um Geselligkeit / Kommunikation und Spaß geht. Hier können sich Jugendliche zwanglos treffen, Musik hören und spielen (Freizeitangebote), hier nehmen sie Kontakt miteinander (und den SozialpädagogInnen) auf, tauschen sich aus und finden gemeinsame oder differierende Einstellungen, Interessen und Bedürfnisse (soziales Lernen). Daraus entwickeln sich punktuell verschiedene gemeinsame Interessen und Aktivitäten, die bei Bedarf mit Unterstützung und Begleitung der SozialpädagogInnen im Rahmen von Projekten, Interessengemeinschaften oder Freizeiten stattfinden (Freizeitangebot / soziales Lernen).
Die Jugendlichen können im offenen Bereich die Räume als Treff- und Kommunikationspunkte nutzen. Hier haben sie gleichzeitig die Möglichkeiten für verschiedenste Beschäftigungen (Billard, Tischtennis, Gesellschaftsspiele etc.). Darüber hinaus ergänzen Diskussionsrunden, Workshops, Kultur- und Kunst-AGs und sportliche Aktivitäten das Angebot im Jugendhaus.
Ein weiteres, wesentliches Profil und Attraktivität des JFZ "Der Club" für Jugendliche kennzeichnendes, Arbeitsfeld ist die Jugendkulturarbeit. Jugendliche organisieren mit Unterstützung der SozialpädagogInnen regelmäßig jugendkulturelle Veranstaltungen im Jugendfreizeitzentrum.
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Um als Jugendeinrichtung nicht isoliert zu stehen und unterschiedliche Kompetenzen im Sinne einer bestmöglichen Arbeit zusammenzubringen, ist eine Zusammenarbeit und Vernetzung mit anderen Projekten, Trägern und Institutionen notwendig. Das JFZ „Der Club“ arbeitet mit folgenden Trägern und Institutionen zusammen:
• Jugendamt des Landkreises Ohrekreis
• Stadt Haldensleben
• Jugendeinrichtungen der Stadt Haldensleben
• DPWV LSA, PJW
• Jugendsozialprojekt „Young & Old“ des Trägers (ARGE Ohrekreis, Seniorenhilfe GmbH Hagenhof, AMEOS Fachkrankenhaus)
• Miteinander - Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V., Magdeburg
• LKJ Sachsen-Anhalt e.V.
• Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn
• DGB Magdeburg (Projekt Toleranz Demokratie)
• DAA Halle (Projekt IkaP)
• Green Kids, Magdeburg
• BUND Sachsen-Anhalt
• VHS Bildungswerk, Haldensleben
• Jugendherberge Haldensleben
• Kulturfabrik, Haldensleben
• Polizeirevier Ohrekreis
• HDL TV
• verschiedene ortsansässige Firmen
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